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Als ich mich während meiner Ausbildung zur Ernährungs- und Vitalstoffberaterin intensiv mit all diesen Themen beschäftigt habe, war ich fasziniert – aber auch herausgefordert.

So viele Superfoods, Vitalstoffe, Spurenelemente – aber keiner sagt dir, welche du wirklich brauchst.
Jeder Trend verspricht das Wundermittel für Energie, Gesundheit und Wohlbefinden – aber was ist wirklich sinnvoll?
Und wie findet man heraus, was der eigene Körper tatsächlich benötigt – ohne sich im Dschungel der Möglichkeiten zu verlieren?

Es geht nicht darum, alles auszuprobieren, sondern bewusst zu wählen, was wirklich sinnvoll ist.

Und genau darum geht es in diesem Artikel: Wie du herausfindest, welche Vitalstoffe und Superfoods dich optimal unterstützen – und wie du dabei nicht den Überblick verlierst.

VITALSTOFFE VS. SUPERFOODS – WO LIEGT DER UNTERSCHIED?

Bevor wir uns durch den Nährstoffdschungel kämpfen, möchte ich die grundlegende Frage klären, was der Unterschied zwischen Vitalstoffen und Superfoods ist.

Vitalstoffe sind essentielle Nährstoffe, die dein Körper für seine Grundfunktionen braucht. Dazu gehören:

  • Vitamine & Mineralstoffe (z. B. Vitamin D, Magnesium, Zink, Eisen)

  • Spurenelemente & Antioxidantien (z. B. Selen, Coenzym Q10, OPC)

  • Aminosäuren & Fettsäuren (z. B. Omega-3, L-Tryptophan, Glutamin)

Superfoods sind natürliche Lebensmittel mit besonders hoher Nährstoffdichte. Sie liefern viele dieser Vitalstoffe in natürlicher Form – plus zusätzliche Enzyme, Antioxidantien oder sekundäre Pflanzenstoffe, die ihre Aufnahme verbessern.

Beispiele:

  • Exotische Superfoods: Maca, Lucuma, Chiasamen, Spirulina, Kakao

  • Einheimische Superfoods: Hagebutte (Vitamin-C-Bombe), Leinsamen (Omega-3), Sanddorn (Antioxidantien), Brennnessel (Mineralien), Walnüsse (gesunde Fette), Brokkoli (Schwefelverbindungen zur Entgiftung)

💡 Der größte Unterschied?
Vitalstoffe sind isolierte Nährstoffe (oft als Nahrungsergänzung erhältlich), während Superfoods sie in ihrer natürlichen, oft besser verwertbaren Form liefern.

WIE FINDE ICH HERAUS, WAS MEIN KÖRPER WIRKLICH BRAUCHT?

Stell dir vor, du hast einen vollen Kleiderschrank – aber trotzdem nichts anzuziehen.
Genau so geht es vielen mit ihrer Ernährung: Hier ein Multivitamin, dort ein Superfood-Smoothie – aber ohne System.

💡 Die Lösung? Hör auf deinen Körper.

Oft geben uns alltägliche Empfindungen erste Hinweise – wenn wir sie ernst nehmen:

  • Du fühlst dich oft müde, obwohl du genug schläfst? Vielleicht fehlen dir bestimmte Nährstoffe, die an der Energieproduktion beteiligt sind – wie Eisen oder B-Vitamine.

  • Du bist gereizt, hast Schlafprobleme oder Spannungskopfschmerzen? Dann lohnt sich ein Blick auf deinen Magnesiumhaushalt – besonders bei Stress.

  • Dein Bauch reagiert empfindlich, du fühlst dich schnell aufgebläht? Hier könnten deine Ernährung, deine Darmflora oder bestimmte Unverträglichkeiten eine Rolle spielen.

Ein Ernährungstagebuch über einige Tage kann dir helfen, Muster zu erkennen: Was tut dir gut? Wann fühlst du dich nach dem Essen leicht und wach – und wann eher müde oder aufgebläht?

Manchmal liegt die Lösung nicht im nächsten Superfood, sondern im bewussten Hinsehen.

WIE BEHALTE ICH DEN ÜBERBLICK IM DSCHUNGEL DER NÄHRSTOFFE?

1. Nicht jedem Hype hinterherrennen
Jedes Jahr gibt es neue „Wundermittel“. Doch nur weil etwas gehypt wird, heißt das nicht, dass du es brauchst.
Frag dich: Unterstützt mich das wirklich – oder ist es nur ein Trend?

2. Lieber Qualität statt Quantität
Günstige Multivitamine enthalten oft synthetische Nährstoffe, die der Körper schlechter verwerten kann.
Achte auf:
✔️ Natürliche Quellen (z. B. Magnesiumcitrat statt Magnesiumoxid)
✔️ Hohe Bioverfügbarkeit
✔️ Frei von Farb-, Füll- und Konservierungsstoffen

Ein kleiner Zusatz, der oft vergessen wird:
Manche Nährstoffe beeinflussen sich gegenseitig – im Positiven wie im Negativen. Vitamin C verbessert z. B. die Eisenaufnahme, während Calcium und Magnesium um denselben Transportweg konkurrieren. Deshalb ist es oft sinnvoll, solche Nährstoffe zeitversetzt einzunehmen.

3. Vitalstoffe & Superfoods in den Alltag integrieren
Es muss nicht kompliziert sein! Statt zehn verschiedene Pulver in den Mixer zu werfen, kannst du Vitalstoffe ganz natürlich einbauen:
🍋 Vitamin C: Ein Teelöffel Hagebuttenpulver oder frische Zitrone im Wasser
🌰 Omega-3: Ein Esslöffel frisch geschrotete Leinsamen oder eine kleine Handvoll Walnüsse täglich
🍫 Magnesium: Zwei Tassen Brennnesseltee oder ein Stück dunkle Schokolade (mindestens 80 % Kakao)
🌱 Adaptogene wie Maca: Ein Teelöffel im Smoothie – besonders morgens bei Energietiefs

Schon kleine Veränderungen können viel bewirken – wenn sie zu deinem Alltag passen und du dich damit wohlfühlst.

WAS DU FÜR DICH SELBST KLÄREN KANNST – BEVOR DU ETWAS NIMMST

Bevor du zu einem Nahrungsergänzungsmittel greifst oder Superfoods in den Warenkorb legst, nimm dir kurz Zeit für dich. Die folgenden Fragen können dir helfen, deinen Bedarf bewusster einzuschätzen – ohne sofort in die Produktwelt einzutauchen:

🔎 Wie fühle ich mich im Moment – körperlich und mental?
Bin ich häufig müde, angespannt, unausgeglichen oder habe ich Beschwerden, die immer wiederkehren?

🍽️ Was esse ich regelmäßig – und was eher selten?
Kommen frisches Gemüse, gesunde Fette, Vollkorn, Hülsenfrüchte, fermentierte Lebensmittel oder Nüsse regelmäßig vor – oder überwiegt oft das Gleiche?

📆 Welche Lebensumstände prägen meinen Alltag gerade?
Bin ich gestresst, emotional belastet, sportlich aktiv oder hormonell gefordert (z. B. Wechseljahre)?

💊 Gibt es Medikamente oder bekannte Einschränkungen, die meine Aufnahmefähigkeit beeinflussen könnten?
Schon das Bewusstsein dafür hilft, nichts unüberlegt zu ergänzen.

✍️ Was möchte ich eigentlich unterstützen?
Geht es um mehr Energie? Bessere Konzentration? Verdauung? Schlaf? Stimmung? Sobald du weißt, wofür du etwas suchst, wird klarer, was du überhaupt brauchst – oder eben auch nicht.

Ein gezielter Vitalstoff-Check kann zusätzlich helfen, deinen tatsächlichen Bedarf sichtbar zu machen – bevor du wahllos ergänzt.

WAS GENAU PASST ZU MIR?

Und genau hier wird es spannend – und manchmal auch knifflig.

Denn: Jeder Körper ist anders. Was für die eine Person wunderbar funktioniert, zeigt bei einer anderen vielleicht gar keinen Effekt. Deshalb lohnt es sich, hinzuschauen – und dem eigenen Erleben zu vertrauen.

Ich erlebe oft, dass Menschen viel Geld in Nahrungsergänzungsmittel investieren – ohne zu wissen, ob sie diese überhaupt brauchen. Und genau hier möchte ich Orientierung bieten: Nicht im Sinne von „Du musst das nehmen“, sondern eher wie ein Kompass, der dir hilft, deine eigene Richtung zu finden.

Wenn du das Gefühl hast, dir fehlt noch etwas Klarheit – über deine Ernährung, deine Versorgung oder deinen aktuellen Bedarf – dann findest du auf der Website verschiedene Möglichkeiten, dich weiter zu informieren oder Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Gesundheit ist nichts, das man einfach „kauft“. Sie entsteht nicht durch perfekte Pläne, sondern durch einen bewussten Umgang mit sich selbst – und mit den eigenen Bedürfnissen.